82. Ich gebe von Herzen gerne.

Weshalb ist dieses Thema sehr wichtig? Es gibt viele Menschen, die gerne geben, doch kaum jemand macht sich tatsächlich über die Mechanik des Gebens Gedanken.
Aus eigenen Beobachtungen kann ich sagen, das vielen Menschen beigebracht wurde und auch noch wird, das wenn man etwas gibt, man immer etwas zurück bekommt und so wurden die Handlungen und auch Gedanken vieler Menschen auf diese Grundlage ausgelegt.
Man bekommt immer etwas zurück, wenn man etwas gibt. Wenn ich in ein Geschäft gehe, so sagt man mir, gebe ich dem Verkäufer zum Beispiel 10€, bekomme ich Waren im Wert von maximal 10€. Das kann ein Gegenstand sein, oder aber auch mehrere, das spielt dabei keine Rolle.
Wenn ich für jemanden arbeite, gebe ich demjenigen meine Zeit, mein Wissen und auch meine Fähigkeiten und je nachdem, bekomme ich auch vom Arbeitgeber irgendwann etwas zurück. Kurz gesagt, Leistung für Gegenleistung oder eine Hand wäscht die andere. Doch frage ich mich bei diesen Beispielen, wenn ich etwas von mir gebe, mit der Erwartung etwas mit einem entsprechenden Gegenwert dafür zurück zu bekommen, gebe ich es dann von Herzen gerne? Oder gebe ich es einfach, weil ich etwas anderes dafür nehmen möchte bzw. erwarte zu bekommen?
Im Grunde hat diese Form von Geben und Nehmen nur sehr wenig mit dem Herzen zu tun, sondern vielmehr mit einem Tauschhandel, der Notwendigkeit eine Sache gegen etwas anderes einzutauschen, was man begehrt.
Viele Menschen würden es unter anderem auch als “Energieausgleich” bezeichnen.
Doch geht Energie niemals verloren, Energie braucht keinen Ausgleich, weil niemals ein Mangel an Energie entstehen kann. Energie verschwindet nie, sie ist lediglich wandelbar, vergleichbar wie Luft oder Wasser, oder sogar beides. Die Energie des Wassers verschwindet beim verdunsten nicht, sondern bekommt lediglich eine andere Form, so wie sie immer wieder auch die Form des Wassers einnehmen kann.
Doch geht es hierbei um’s Geben, weniger um die Energie selber, weshalb ich auf das Thema der Energie in diesem Kapitel nicht weiter eingehen werde.

Ich bin mir sehr sicher, das sich einige bereits Gedanken gemacht haben, weshalb Menschen die viel geben selber nur wenig haben und jene die viel haben oft wenig geben.
Ein Blick auf die Mechanik des Gebens erklärt es sehr genau.
Menschen, welche große Mengen an Materialismus besitzen, haben diesen ganz sicher nicht bekommen, weil sie ihn mit anderen teilen oder verschenken. Menschen mit weniger materiellen Besitz haben in dem Sinne weniger, weil sie es nicht horten und mit ihren Mitmenschen teilen.
Um es kurz zu sagen, die Mechanik des Gebens zeigt uns, wenn ich gebe, dann gebe ich. Nicht mehr und auch nicht weniger. Kein großes Geheimnis, keine Wissenschaft dahinter, welche erst erforscht werden muss. Lediglich einfache Logik, welche jedem Menschen leicht zu verstehen fällt. Wenn ich gebe, gebe ich.
Wenn ich nehme, nehme ich.
Wenn ich gebe, dann nehme ich nicht, sondern gebe nur.
Wenn ich nehme, dann gebe ich nicht, sondern nehme nur.
In einem früheren Kapitel habe ich bereits erklärt, das die Realität um uns die Realität in uns ist, das sie wie ein Spiegel funktioniert, das die “äußere” Realität, welche wir erfahren unsere innere Realität ist, dass das, was in uns ist nach außen gespiegelt wird.
So lässt sich sehr schnell erkennen, das wenn ich gebe, ich niemals etwas zurück bekomme, sondern einfach nur das eigene Geben reflektiert wird.
Wenn ich etwas gebe, wird mir dieses auf die eine oder andere Art und Weise reflektiert. Noch leichter lässt es sich direkt mit einem Spiegel erklären. Wenn ich vor meinem Spiegel stehe und meinem Spiegelbild etwas geben möchte, wird es mir reflektiert und ich sehe, wie mein Spiegelbild, die Reflexion mir etwas geben möchte.
Man könnte sagen, das ist der Moment, in dem der sogenannte “Energieausgleich” stattfindet oder man etwas zurück bekommt, für das, was man gegeben hat.
Der Grund dafür, warum viele Menschen ihre eigene Reflektion nicht erkennen können ist, da sie sich selbst von und aus einer anderen Perspektive betrachten.
Im Spiegelbild erkennt man sich oft sofort, doch wenn sich der Blickwinkel, die Perspektive verändert, erkennt man sich nicht so schnell oder man meint etwas anderes zu erkennen. Wenn die Reflektion der eigenen Vorstellung von dem, wie man glaubt auszusehen abweicht, wird man sich nur schwer erkennen können, da man oft die Erwartung hegt völlig anders auszusehen als das, was man sieht. Doch ebenso gibt es auch die Möglichkeit, das man das, was man sieht lieber von sich weisen möchte, weil es einem nur schwerlich gefallen wird.

Reines Geben ist im Grunde selbstlos.
Wenn ich also geben möchte, dann nur des gebens willens, weil ich geben möchte und nicht, weil ich glaube oder auch erwarte etwas dafür zurück zu bekommen.
Nur das, was ich tue wird mir entsprechend reflektiert.