57. Die Definition macht den Unterschied

Es gibt ein Sprichwort, welches sagt: pick dir nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen.
Auch wenn dies nur ein Sprichwort ist, so konnten ich beobachten, dass dieses sehr
häufig Anwendung findet.
So gibt es viele Menschen, welche bewusst Wissen und sagen, sie suchen sich von
allem, was sie erfahren das beste heraus und nehmen dieses an.
Das, was ihnen nicht gefällt, oder anders ausgedrückt, mit dem sie nicht konform gehen möchten, da ihr Glaubenssystem ihnen etwas anderes sagt, lehnen viele ab.

Es ist, wie bei einem Kuchen. Er kann lecker und dennoch trocken sein, so Essen
viele die Teile vom Kuchen und lassen den Rest übrig.
Für den ersten Moment ist dies auch vollkommen in Ordnung lediglich das für
sich rauszusuchen, was einem gefällt und dienlich ist.
Doch beraubt man sich so auch einer wunderbaren Möglichkeit.
Man beraubt sich der Möglichkeit mehr über sich selber zu erfahren.

Ein Beispiel.
Jemand sagt, er lebt die Liebe, lebt den Frieden und möchte den Frieden auf der Welt.
So wird jener jedoch ebenso mit Krieg und Gewalt konfrontiert, auf welche Art und
Weise auch immer.
Nun kommen Reaktionen, welche ich bei vielen Menschen gleichermaßen beobachten
konnte, wenn auch auf leicht unterschiedliche Art und Weise. Eine ablehnende Haltung, eine Abwehr. Ein abgeben der Verantwortung. So wird häufig reagiert mit den Worten: das hab ich nicht verursacht. Oder damit hab ich nichts zu tun. Oder, das ist nicht meine Realität. Man lässt es nicht an sich heran, da man es mit oder als etwas schlechtes assoziiert. Mit Unbehagen, mit Trauer, Wut, und das möchte man sich nicht eingestehen, das man dieses mit geschaffen hat, schon gar nicht das dies gar ein
Aspekt von einem selber darstellt. Doch wäre es kein Aspekt von uns, befände sich dieser nicht in uns, hätten wir diese Situation niemals in unser Leben gezogen.
Eine ablehnende Haltung.

Doch anstelle es abzulehnen, es weg zu stoßen, darf man es zu sich kommen
lassen, wenn es kommt, hinein tauchen, es Wertungsfrei lassen, neutral betrachten
und anfangen zu verstehen.
So kann man sich selber fragen. Warum empfinde ich so bei diesem Thema? Warum
verbinde ich dieses oder jenes mit etwas schlechtem oder negativem?
So hat man die Möglichkeit sich selber zu verstehen und somit das zu verstehen, was
man auf die eine oder andere Art und Weise verurteilt.

Zu sagen, oder zu wissen, alles ist eins, aber im gleichen Moment solche Dinge, die
einem nicht gefallen abzulehnen, heißt sich selbst abzulehnen.
Es heißt, nicht davon überzeugt sein das alles tatsächlich eins ist, man lebt es nicht und differenziert.

Wenn man beginnt zu erkennen, warum man es als etwas schlechtes definiert und es
versteht, kann man beginnen es sich neu zu definieren. Als etwas, was einem gefällt.
Es geht keinesfalls darum das negative abzuschaffen, das was einem nicht gefällt
los zu werden. Es geht darum es zu integrieren, auf eine positive Art und Weise.
So ist für viele Menschen der physische Tod ein Moment der Trauer und
Verzweiflung. Weil es für einige Menschen etwas endgültiges ist. Ein Ende des Seins.
So ist der Tod für diese Menschen etwas schlimmes, etwas unangenehmes.
Doch nun kann man sich selber fragen. Warum empfinde ich Trauer? Wegen einem Verlust? Was habe ich verloren? Habe ich es tatsächlich verloren? Ist es tatsächlich
Weg? Oder ist es nur auf einer Ebene, welche ich noch nicht kenne, begreife oder
wahr nehme? Trauer ich tatsächlich um den verstorbenen, oder betrauere ich mich selber? Aus welchen Gründen auch immer?

So kann man sich damit befassen und es neu definieren.
So kann man sich den physischen Tod nicht als Ende, sondern als Anfang definieren,
als eine Transformation in ein neues, bewusstes Sein. So ist jener Mensch nicht
Tod, sondern existiert in einer anderen Art und Weise weiter.

Bei einer Grabrede wurde einst gesagt: “ich bin nicht weg, ich bin nur nebenan, im
anderen Raum. Wenn du mit mir reden möchtest, tu es, wie du es immer getan hast. Denn ich bin nicht weg, nur nebenan. Nur weil du mich physisch nicht mehr greifen kannst, heißt das nicht, das ich weg bin. Ich bin weiterhin bei euch. In euren Herzen, in euren Gedanken. So trauert nicht um mich, denn es geht mir jetzt gut, wo ich bin und wir stehen noch immer Seite an Seite, teilen noch immer die Tiefe, innere Verbundenheit. Sind noch immer Freunde, Partner und Familie. Ich bin dir nun näher denn je.”

Würde man die Geister Fragen, ob sie sich für Tod oder für lebendig fühlen. Wie sähe
Ihre Antwort wohl aus?
So kann der Tod als ein Tor, als ein Durchgang definiert werden und bekommt alleine dadurch eine positive Bedeutung.
So kann man sich bewusst werden. Man kann keine negativen Effekte aus einer
positiven Definition erhalten.
Durch eine positive Definition, erfolgt IMMER ein positiver Effekt, so wie aus einer
negativen Definition IMMER ein negativer Effekt resultiert.

So zum Beispiel eine Pizza. Viele Essen diese, und lassen den Rand übrig. Weil er
zu trocken ist. Doch gerade weil er zu trocken ist, kann man sich hinterfragen,
warum mache ich den Teig, oder den Rand immer trocken, obwohl es mir nicht
gefällt? So kann man sich den Rand neu definieren, mit Käse zum Beispiel füllen,
oder mehr Öl verwenden, damit der Teig luftiger, geschmeidiger und weicher
bleibt. So macht man sich aus dem trockenem Rand, welcher einem nicht
schmeckt etwas leckeres, was man nicht mehr übrig lassen möchte.

Lehne die Dinge nicht ab, weil dir ihre Erscheinungsform nicht gefällt. Nimm sie
an, tauche hindurch, verstehe, warum sie da sind und definiere sie dir so, wie sie
dir gefallen.