12. Stelle dich deinen Ängsten

Jeder von uns hat durchaus irgendwann einmal Angst verspürt. Erstaunlicher Weise
sind sich viele ihren Ängsten keinesfalls bewusst.
Natürlich kann man tatsächlich sagen, das fast jeder Mensch vor ein und der selben Sache Angst hat.
Doch was könnte das wohl sein? Was macht uns allen auf die eine oder andere Art und Weise angst?
Paradoxerweise ist die größte Angst der Menschen genau das, was sie wirklich
möchten. Sie fürchten das, was sie am meisten begehren, nämlich Veränderung.
Fast jeder möchte eine Veränderung, fast jeder möchte, das sich die Dinge verändern
oder sogar verbessern, jedoch sind nur sehr wenige Menschen in der Lage sich
ihren Ängsten zu stellen, weshalb sie lieber alles so belassen, wie es ist.
Man möchte Veränderung, doch fürchtet man sich vor den Veränderungen. Man fürchtet zum Beispiel Konsequenzen, bestraft zu werden, den Job zu verlieren, verhaftet zu werden, angegriffen zu werden, keine Rechnungen mehr bezahlen zu können, alles verlieren zu können, und und und.
Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Dinge, welche uns Angst erzeugen lassen.
Man erzeugt zum Beispiel Angst, weil man in gewissen Momenten bereits so sorglos
geworden, das wir glauben das Angst die einzige Möglichkeit ist ein spannendes,
wie auch aufregendes Leben zu führen.
Dies jedoch nur, weil uns gelehrt wurde, das es der einzige Weg ist, welche uns erregen kann.
Es gibt viele Dinge, die uns erregen können, die einen auf eine positive, die anderen auf eine negative Art und Weise.
Generell gesehen erzeugen wir Angst in unserem Leben, wenn wir glauben Aspekte
von uns entdecken zu können, welche uns gegen unseren Willen schaden können.
Doch solche Dinge gibt es nicht, solche Aspekte von uns existieren nicht.
Wenn wir uns davor fürchten den Dingen, die in unser Leben kommen ins Gesicht zu
blicken, schenken wir ihnen keine Aufmerksamkeit, wir sind in dem Moment
unachtsam gegenüber der Nachricht, welche an uns gerichtet wird. Angst, wenn man so möchte ist ein Bote, ein Überbringer einer Nachricht und wird gehen, sobald es diese übermittelt und man diese verstanden hat.
Wenn man diesen Boten ignoriert, wird er alles erdenkliche tun, um unsere
Aufmerksamkeit zu bekommen, alles auch nur erdenkliche.
Der Bote wird lauter und lauter werden, immer aufdringlicher, größer, wie auch stärker bis es uns unmöglich ist ihn zu ignorieren.
Im Grunde sagt die Angst lediglich "Hi, ich hab hier eine Nachricht für dich, schau, dieser Aspekt von dir war dir bisher noch unbekannt und du hast mich darum gebeten dir alle Aspekte von dir zu zeigen, freust du dich über die Nachricht? Bist du schon neugierig darauf diesen Aspekt von dir kennenzulernen?"
Für gewöhnlich wäre die beste Antwort:" Ja, vielen herzlichen Dank liebe Angst, ich
frage mich bereits, was ich neues entdecken kann über mich selbst. Bitte komm bald wieder sobald du irgendwelche Neuigkeiten für mich hast."
Die Angst antwortet nun natürlich:" Gern geschehen, du kannst dich natürlich auf mich verlassen und ich komme wieder sobald ich irgendwelche spannenden Neuigkeiten für dich habe".
Nun stellen wir uns jedoch einmal vor, das wir anders reagieren. Fangen wir ganz von
vorne an.
Wir leiden praktisch an Amnesie und sehen dort jemanden stehen. Dieses Wesen ist uns sehr sympatisch und wir sprechen sie natürlich an und sagen:"Hey, wer bist du denn?"
Das sympatische Wesen antwortet uns:" Oh Hi, schön dich zu sehen, mein Name ist Angst und ich sammel Informationen und überbringe diese auch."
Wir sind natürlich hoch erfreut über diese Neuigkeiten und erzählen unserem neuen
Freund namens Angst, was unser Begehr ist: "Das ist wunderbar! Es ist so toll, das
wir uns gerade jetzt treffen, da ich wirklich dringend nach Informationen suche. Weißt du, ich hab irgendwie mein Erinnerungsvermögen verloren und habe vergessen, wer oder was ich bin. Kannst du mir dabei helfen Informationen über mich herauszufinden? Kannst du mir dabei helfen zu erfahren, wer und was ich bin? Wie ich hier her gekommen bin? Was ich hier tue? Einfach alles, was du in Erfahrung bringen kannst?"
Unser neuer Freund ist bereits sehr fröhlich aufgeregt:" Toll! Ein Großauftrag! Natürlich helfe ich dir, das ist genau mein Ding! Das ist das, was mir am meisten Freude bereitet und natürlich gebe ich mein bestes dich regelmäßig auf dem Laufendem zu halten. Es kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, doch werde ich
dir immer so viel übermitteln können, wie du bereit bist anzunehmen."
Natürlich bedanken wir uns recht herzlich und verabschieden uns für den Moment. Kurze Zeit später kommt unser Freund freudestrahlend auf uns zugerannt, sehr aufgeregt, wie auch glücklich und spricht uns sofort an:" Hey, du wirst es kaum
glauben, aber ich hab wunderbare Neuigkeiten für dich! Freust du dich?"
Wir jedoch sind alles andere als begeistert, was wir natürlich auch ganz klar zum
Ausdruck bringen: "Lass mich doch in Ruhe damit, das möchte ich jetzt nicht hören.
Es kann nur etwas sein, was mir mißfallen wird, also behalte es lieber für dich, weil es mir jetzt gut geht, wie es nun ist und alles andere dieses tolle Gefühl nur kaputt machen wird, also lass mich in Ruhe!"
Die Angst ist natürlich etwas traurig über unsere Antwort:" Oh, du hast mich doch darum gebeten mehr über dich in Erfahrung zu bringen und es dir dann mitzuteilen, ich hab mir so viel Mühe gegeben und nun möchtest du die Nachricht nicht? Schade, aber weißt du was? Wir sind gute Freunde. Ich warte hier einfach, bis du bereit dazu bist die Nachricht anzunehmen. Ich werde hier auf dich warten und ab und zu nochmal anklopfen und dich fragen, ob du nun bereit für die Nachricht bist."
Natürlich ignorieren wir unseren Freund und lassen ihm im unklaren. Unser Freund wartet nun bereits einige Zeit und ist ein wenig besorgt, weshalb er an unsere Tür klopft und nach uns ruft:" Hallo? Bist du noch da? Ich hab hier eine Nachricht für dich. Bist du nun bereit sie entgegen zu nehmen? Nein? Ok, kein Problem, ich warte weiter bis du bereit dafür bist."
Einige Zeit später haben wir die Angst noch immer ignoriert, weshalb die Angst bereits ein wenig in Sorge ist:"Geht es dir gut? Ich habe lange nichts mehr von dir gehört, weshalb ich nun gleich die Tür einschlagen werde, um sicher zu gehen, das es dir gut geht! Also mach dir keine Sorgen, ich achte natürlich gerne auf dich."
Und nun rumpelt es und wird laut, die Angst scheint überall zu sein, so das man sie kaum noch übersehen kann und plötzlich findet sie uns:"Ah, da bist du, ich bin ja so froh, das es dir gut geht. Hier, ich hab noch die Nachricht, möchtest du sie nun haben?"
Wir sind bereits so sehr eingeschüchtert, das wir uns davor fürchten, das es noch
schlimmer werden könnte, weshalb wir nun hoffen, das es einfach besser wird, wenn
wir die Nachricht annehmen und sagen der Angst natürlich, das wir nun bereit sind die Nachricht entgegen zu nehmen.
Die Angst ist erleichtert über unsere Entscheidung und sagt:"Oh, das ist schön, Hier, bittesehr. Ich hoffe du freust dich über die Informationen. Mach dir keine Sorgen, sobald ich etwas neues erfahre, werde ich mich sofort bei dir melden."

Was lernen wir nun aus dieser kurzen Geschichte? Die Angst ist einer unserer
allerersten Freunde, denen wir begegnet sind auf der Erde. Wir baten unseren
Freund dabei uns zu helfen mehr darüber herauszufinden wer wir sind, weshalb wir
hier sind und natürlich ist dies etwas, was die Angst mit freuden gerne tut.
Uns dabei zu helfen mehr über uns heraus zu finden. Ignorieren wir die Angst, zeigen
wir uns undankbar und sind unfähig die Nachricht entgegen zu nehmen, weshalb wir
deren Inhalt niemals kennenlernen könnten.
Doch die Angst, als guter, wie auch zuverlässiger Freund wartet darauf bis wir bereit dazu sind die Nachricht entgegen zu nehmen und ist dabei so führsorglich, das sie sich regelmäßig meldet und nachfragt, ob man bereit dazu ist.
Sie wird irgendwann überwältigend. Sind wir jedoch bereit dazu die Nachricht anzunehmen, sie zu lesen und zu verstehen, während sie zum ersten mal geliefert wird, widmen wir ihr unsere Aufmerksamkeit, so wird die Angst genauso schnell wieder gehen, wie sie gekommen ist.
Nun sind wir dazu in der Lage sie zu integrieren und können diese erfahren als das, was wir sind, wir können als Wesen wachsen und reifen. Für gewöhnlich bringt sie uns lediglich eine Erinnerung von einem Aspekt von uns, den wir verdrängt oder vergessen haben oder wir noch nicht bereit waren uns diesem Teil von uns zu stellen. Alles, was wir dafür notwendig ist, ist es der Angst ins Gesicht zu blicken und sich bewusst zu werden, das wenn wir ängstlich reagieren, wir uns dazu entschieden haben zu glauben das die Nachricht mit großer Angst übermittelt wird.
Doch wenn wir uns bewusst geworden sind sie auf eine angsteinflößende Art und
Weise zu erhalten, so wird unsere Neugier, wie auch Faszination übernehmen und können erforschen, was diese Nachricht uns sagen möchte.
So wandelt sich Angst in Neugier und Faszination um. Und bevor es uns überhaupt bewusst wird, hat sich Angst bereits aufgelöst, weil sie nun unsere Aufmerksamkeit hat, wir die Nachricht entgegengenommen haben und bereit dazu sind sie zu erforschen, was sie uns sagen möchte. Sobald der Bote namens Angst die Nachricht überbracht hat, gibt es für ihn keinen weiteren Grund noch länger bei uns abzuhängen. Umso früher man sagt, das man bereit ist die Nachricht zu akzeptieren, desto schneller kommt die nächste und desto weniger angsteinflößend wird diese Nachricht sein, weil sie nun weiß, das wir bereit dazu sind die Nachricht sofort entgegen zu nehmen, bevor sie sich sorgen macht und herum schreien wird.