04. Die Kunst ist frei

Nun darf man sich gerne fragen, weshalb ich in diesem Buch das Thema Kunst
anspreche. Die Antwort ist ganz einfach.
Ich selber betrachte mich als Künstler und in meinen Augen folgt die Kunst keinen
Regeln.

Natürlich gibt es auch Kunst, welche sich an Regeln hält, wie der goldene Schnitt oder Perspektive. Doch was wären wohl Picasso's Werke, wenn er sich an die Regeln der Perspektive gehalten hätte? Hier nannte man es lediglich abstrakt und schon sind es Meisterwerke.
Heutzutage erlebt man häufig, wie Künstler gemaßregelt werden, wenn in ihren Werken keine Perspektive stecken würde, dass man dieses oder jenes falsch machen würde.

Man versucht regelrecht die Kunst in einen engen Raum zu sperren. Doch ist in meinen Augen wirklich alles eine Form der Kunst. Ein einfacher Computer ist für sich
gesehen bereits ein Wunderwerk und eine interessante Form der Kunst. Wenn man sich den Aufbau betrachtet, den elektronischen Bauplan, dann ist das eine Form der Kunst, welche sie oft nur von elektronisch begabten Menschen verstanden wird.
Doch wie oft befand man sich in einer Ausstellung und hat keinen blassen
Schimmer davon gehabt, was der Künstler mit seinen Bildern ausdrücken wollte?
Selbst ein Fahrzeug oder Flugzeug ist ein Kunstwerk. Stellt euch die Menscheit vor,
wie sie vor 500 Jahren war und würde nun auf ein vollkommen normales Fahrzeug
treffen, was wir heutzutage täglich mehrmals auf der Straße sehen würden.
Die Faszination wäre groß. Selbst Buchautoren sind künstler, in meinen Augen oft sogar sehr schöne Künstler. Sie verstehen es die eigene Vorstellungskraft anzuregen, so das der Leser die Bücher real erleben kann.

Ich selber schreibe gerne und auch viel, sogar neben diesem Buch, ich habe meine
eigene Art zu schreiben, was mich als Mensch ausdrückt, was mich darstellt, wie
ich bin. Wer mich wirklich verstehen möchte, braucht lediglich meine Bücher
lesen. Sie drücken aus, wie ich die Welt um mich wahrnehme, wie ich sie empfinde.
Es ist meine Perspektive, mein Blickwinkel, den ich gerne mit jedem teile, jedem, der oder die mich verstehen möchte.

Das ist künstlerische Freiheit, zu schreiben, wie man selber ist.
Es gibt tatsächlich Buchautoren, welche gramatikalisch sich an keine Regeln
halten, wo auch die Rechtschreibung eher vernachlässigt wird, doch lassen sich
gerade solche Bücher wunderbar lesen und haben meist einen sehr interessanten und
tollen Inhalt.

Auch in Foren habe ich häufig erlebt, wie Menschen Fragen gestellt haben und dabei schwierigkeiten mit der Sprache hatten. Ein großteil der Benutzer sah sich selbst als Gramatik und Rechtschreibpolizei und hat sich lediglich über die angeblichen Fehler ausgelassen, doch zur eigentlichen Frage keinen Beitrag dazu geleistet. Hier erkennt man sehr gut, weshalb ich immer sage, wer sich an Fehler richtet, ist desinteressiert am Inhalt.

Entweder lese ich ein Buch wegen seines Inhaltes, oder ich lese es, um dem Autor
sein Werk zu korrigieren. Interessant waren jedoch die Reaktionen, wenn sich der
Themenersteller, welcher schwierigkeiten mit der Sprache hat als Engländer oder
Holländer oder sogar Amerikaner entpuppte, als jemand, der deutsch erst angefangen
hat zu lernen. Und schon wurde aus der Gramatik und Rechtschreibpolizei ein
kleiner Fanclub, welcher den Themenersteller bejubelte, wie gut er oder sie doch schon deutsch schreiben könnte.

Man sieht in Fehlern im Grunde immer nur die eigenen unzulänglichkeiten, die
eigenen Fehler, die Dinge, die man selber an sich verurteilt und auf andere
projeziert.