01. Der Weg in die Freiheit.

Als erstes möchte ich gerne erklären, weshalb ich bewusst das Wort Freiheit verwende, anstelle von Unabhängigkeit.
Um es kurz zu machen, Unabhängig in dem Sinne kann niemand sein, denn alles ist
voneinander abhängig, da alles miteinander verbunden ist, oder anders ausgedrückt, da alles Eins ist. Zu glauben man könnte unabhängig werden wäre, als würden die
Nieren glauben, sie könnten unabhängig vom Herzen werden.
Selbst, wenn wir uns unabhängig von anderen Menschen machen, so sind wir doch
abhängig von unserer Erde, von der Luft, die uns umgibt, vom Wasser, von den
Pflanzen, von den Tieren. Dies ist ein natürlicher Prozess, an dem wir teilnehmen.
Tatsächlich würde eine Gesellschaft so funktionieren, wenn diese frei von Zwängen wäre.
Doch nun möchte ich gerne mit meinen Worten erklären, was Freiheit für mich
bedeutet.
Freiheit bezeichnet für mich einen Zustand, in dem man sich seiner selbst, sowie eigener Entscheidungen immer bewusst ist und frei von inneren, sowie äußeren
Zwängen lebt.
Somit stellt Freiheit für mich keinen Ort dar, an dem ich lebe, sondern das, was ich
lebe.
Es ist das, was ich bin. Frei kann ich überall sein, zu jeden gegebenen Moment.
Damals glaubte ich, die Freiheit beschreibt den Ort, an dem ich mich befinde und das es etwas ist, was man mir jederzeit wegnehmen könnte, indem man mich einsperrt.
So war mein Denken über die Freiheit von meiner Angst bestimmt, das es etwas wäre,
was man mir jederzeit nehmen kann.
Doch erst sehr viel später begriff ich, das die Freiheit etwas ist, was mir niemand nehmen oder geben kann, außer mir selbst.
Wenn ich glaube man könnte mir meine Freiheit nehmen, bin ich in jeder Situation, an jedem Ort ein Gefangener meines eigenen Glaubens, welcher auf meiner Angst basiert.
So, wie es mir erging, geht es heute noch sehr vielen Menschen und ohne viel drum
herum zu reden, kann man ganz klar sagen, sie sind Gefangene der eigenen
Glaubenssätze, wie auch Ängsten.
Um mal ein Beispiel zu nennen, haben viele Menschen eine sehr große Verlustangst.
Aus der Angst einen Job zu verlieren, schafft man sich den Platz für eine neue Angst, die Angst davor keine Rechnungen bezahlen zu können. Aus dieser Angst resultiert die Angst das eigene Hab und Gut zu verlieren, eventuell ein Auto, ein Haus oder andere Gebrauchsgegenstände.
Das ganze Leben wird von Angst bestimmt und obwohl man vielleicht einen gut
bezahlen Job hat, sich an die Regeln hält, eine Familie, ein großes Grundstück hat,
wird man regelmäßig von der Angst etwas falsch zu machen begleitet und all das zu
verlieren, was man glaubt zu besitzen.
So frage ich mich, und jeden Menschen, ob solch ein Leben mit der Angst, sei es nun
bewusst oder unbewusst überhaupt ein Leben in Freiheit ist?
In meinen Augen nein, denn die Angst schafft automatisch Zwänge. So gesteht man
sich ein, das man einen Job hat. Um diesen Job zu behalten, "muss" man Dinge tun, die einem vielleicht nicht gefallen.
Man glaubt auf diesen Job angewiesen zu sein, da man eine Familie hat, welche man
ernähren "muss". So wäre es natürlich eine fatale Entscheidung diesen Job zu

verlieren, da manohne diesen Job seiner Familie keine Lebensmittel oder Kleidung
kaufen kann und wenn man keine Kleidung und Lebensmittel kaufen kann, weil man den Job, auf den man angewiesen ist verloren hat, kann man auch keine Rechnungen
begleichen, weshalb man Schulden macht und all das verliert, was einem ein bequemes Leben beschert.
Man ist in diesem Sinne ein Gefangener der eigenen Ängste, weil man glaubt, keine
Wahl zu haben.
In diesem Beispiel stecken sehr viele Aspekte, auf die ich nach und nach eingehen werde, doch fangen wir mal mit dem ersten Aspekt an, der Verlustangst.
Wenn man angst davor hat etwas zu verlieren, sagt das im Grunde nur, das man glaubt etwas zu besitzen, was jemand anderes einem wegnehmen kann.
Die Angst davor den Job zu verlieren nimmt einem die Möglichkeit zu erkennen, für was dieser sogenannte Verlust nun Platz macht.
Vielleicht etwas, was einem sehr viel Freude bereitet und es mit dem Job keinen
Raum dafür gäbe.
Man beschneidet sich im Grunde selbst.
Wenn man zum Beispiel Angst davor hat die Familie zu verlieren, betrachtet man die
Familie als Eigentum und sich selbst als Eigentümer und Besitzer aller
Familienmitglieder.
Dies ist ein sehr großer Trugschluss, da jeder Mensch, jedes Lebewesen von Natur
aus frei ist, frei geboren wird und frei lebt. Jedes Lebewesen trifft eigene freie
Entscheidungen, somit kann es kein Eigentum von jemand sein, was man verlieren könnte.
Kurz gesagt, Die Familie sind freie Menschen mit eigenen Entscheidungen und keine Gegenstände, somit kann man keine Familie verlieren.
Wenn sich der Partner zum Beispiel dazu entschließt sich zu trennen, dann verliert
man keinen Partner, sondern geht, aufgrund der Entscheidung sich zu trennen eigene
Wege, damit beide die Möglichkeit haben wieder glücklich zu werden.
Aber wechseln wir nun den Fokus von menschlichen Beziehungen untereinander zu
der Beziehung von Menschen zu den Gebrauchsgegenständen.
Als Autonarr ist mir selber durchaus bewusst, wie faszinierend Gegenstände, wie
Autos sein können und wie toll es ist, sich damit zu beschäftigen, wie viel Freude es bereiten kann, doch darf man sich gerne überlegen, woher die Freude und die Faszination vom Gegenstand tatsächlich kommt.
Die Freude und auch Faszination geht hierbei keinesfalls vom Gegenstand aus,
sondern von einem selber, sie kommt von innen und ist frei und uneingeschränkt.
Würde man Bedingungen an die Freude knüpfen, wie "Ich kann nur mit diesen oder
jenen Gegenstand glücklich werden", mache ich den Gegenstand zur Bedingung meiner Freude.
Der Gegenstand, den mal als Grund für die Freude oder Faszination erkennt, ist
lediglich eine Reflexion der eigenen Empfindung, sie wird durch die Reflexion,
den Gegenstand ausgedrückt. Man projeziert die Freude auf den Gegenstand, wobei
dieser hierbei eher eine untergeordnete Rolle spielt, da der Glaube klar definiert, worüber man sich freut.So hat man die Möglichkeit sich tatsächlich über alles zu freuen.
Erinnern wir uns zurück an unsere Kindheitstage, worüber haben wir uns, als wir klein waren gefreut? Waren wir von anfang an so anspruchsvoll, oder konnten wir uns
tatsächlich an wirklich allem erfreuen?
Wird der Gegenstand der Freude zur Bedingung gemacht, entsteht eine Form der
Abhängigkeit und wird für andere erpressbar.
So hat jeder die Möglichkeit einem damit zu drohen, das man dieses oder jenes
wegnehmen kann.
Man macht die eigene Freude wortwörtlich davon abhängig, ob man dieses oder jenes
besitzt.
Doch was ist, wenn nun wirklich jemand kommt und sagt, das er einem alles
wegnehmen möchte, was man besäße und dazu ein Blatt Papier vorzeigt, auf dem steht, das diese Person dazu befugt ist?
Wie würden die meisten wohl reagieren?
Ich glaube, das viele Menschen sich ärgern und auch wehren würden, um das behalten zu können, was ihnen Freude bereitet.
Vielleicht wären sie sogar dazu bereit Dinge zu tun, die sich gegen die eigenen
Überzeugungen richtet, nur um das behalten zu können, was man begehrt.
Doch indem man sich dagegen wehrt, sagt man im Grunde aus, das man unglücklich ist und nur mit diesem oder jenem Gegenstand glücklich sein kann, weshalb viele
Menschen tatsächlich dazu bereit sind alles zu tun, um das, was ihnen Freude
bereitet behalten zu dürfen.
Und schon ist man wieder ein Gefangener der eigenen Ängste.
Nun denken wir über folgenden Aspekt nach.
Alles, was man glaubt zu besitzen, ist lediglich geliehen. Niemand besitzt tatsächlich irgendetwas auf der Erde, weder Haus, noch Grundstück, Auto, oder was auch immer. Der Mensch wird nackt geboren und wird ebenso auch nackt gehen, denn man lässt am Ende alles zurück.
So gehört auch die Erde niemanden, denn sie ist Frei für alle da.
Es gibt demnach keine Grenzen oder Länder, welche einen Besitz oder Eigentum befrieden würden.
Der Glaube etwas besitzen zu können ist eine Illusion, man belügt sich selbst, um sich
ein entsprechendes gutes Gefühl zu vermitteln.
Diese Art von Selbstbetrug schafft natürlich einen großen Raum für weitere Betrügereien.
Um ein Beispiel zu nennen, nehmen wir das sogenannte gekaufte Grundstück.
Man kauft ein Stück Land und glaubt damit, dieses zu besitzen, dieses schützen zu
"müssen" und niemand hätte das Recht dazu einem dieses Grundstück streitig zu
machen, außer diese Person würde es von einem käuflich erwerben.
Doch nun bietet man natürlich anderen Menschen erst die Möglichkeit bei diesem
Selbstbetrug teilzunehmen.
So kann eine andere Person sich überlegen, wie sie von dem Glauben etwas zu besitzen profitieren kann.
Eine Möglichkeit wäre zu sagen, mir gehörte dieses Grundstück bereits vor dir
und man dürfe nun eine Pacht für dieses Grundstück zahlen, um dort leben zu
können.
Oder aber man sagt, wenn man sich weigert diese "Pacht" zu zahlen, hätte man die Befugnis einem das Grundstück zu enteignen. Durch den Glauben etwas zu
besitzen, entsteht somit auch die Möglichkeit einem diesen Besitz zu nehmen.
Viele Menschen bauen sich Zäune und Mauern um das auf, was sie glauben zu besitzen und sind dabei davon überzeugt frei zu sein.
In wirklichkeit schließen sie sich selber von allem aus, sie bauen ihr eigenes Gefängnis, wenn man es so nennen möchte und wenn wir uns ehrlich fragen,
wen hält ein Zaun oder eine Mauer tatsächlich davon ab auf das Grundstück zu
kommen?
Viele Tiere schaffen es trotz Mauern und Zaun auf ein Grundstück, denn sie machen
keinen Unterschied, ob ein Stück Erde vor oder hinter einem Zaun liegt, für sie ist
es lediglich ein Hindernis, welches überwunden werden kann und genau das tun
sie auch.
Wenn man es einmal genau durchleuchtet, fällt auf, wie paradox und verrückt das
Denken geworden ist. Menschen bauen sich Zäune und Mauern um sich herum, fürchten sich jedoch vor einem Freiheitsentzug, die Angst davor in ein Gefängnis eingesperrt zu werden.
Grenzen existieren nur im Kopf und dienen lediglich der selbstbegrenzung.
Man begrenzt sich selber und verwehrt sich all das, was einem tatsächlich freude bereiten könnte.
So kann es durchaus sein, das jemand, der für sich überzeugt an Ländergrenzen glaubt
Menschen aus anderen Ländern als fremde betrachtet, auch die Länder selber als
fremd betrachtet und diese vielleicht gar nicht besuchen möchte, oder Menschen mit
anderen Nationalitäten meiden möchte.
So nimmt man sich selber die Möglichkeit wunderschöne Orte zu entdecken, die einem den Atem rauben können. Man nimmt sich jedoch noch mehr die Möglichkeit andere Menschen kennenzulernen, ihre Lebensweise, vielleicht sogar nimmt man sich die Möglichkeit die Liebe des Lebens zu finden, da sie vielleicht gar in einem
anderem Land lebt?
Aufgrund dieser Grenzen und Ausgrenzungen, entsteht viel Platz für Vorurteile,
basierend aus der Angst vor dem, was man weder kennt, noch versteht. Es ist fremd
und hebt sich häufig von dem ab, was man gewohnt ist.
So kann es das Leben aus den Bahnen werfen, was nur die wenigsten Menschen möchten, da sie so das Gefühl bekommen die Kontrolle verlieren zu können.
Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, wie schön andere Länder sind, wie
wundervoll die Menschen anderer Länder sein können, wie Gastfreundlich viele
Menschen sind, was man in Deutschland nur noch selten findet.
So spielte es keine Rolle wo ich war, die Menschen dort waren stets offen und gastfreundlich, teilten was sie haben mit mir, obwohl sie selber nur wenig besaßen, die Menschlichkeit wird hier sehr groß geschrieben, vor allem von genau den Menschen, von denen man es am wenigsten erwarten würde.